Aussaat

Die Sämlinge nehmen ein Bad und schlagen dann Wurzeln

Falls die Chilis im Freien ausreifen sollen, ist die Aussaat der Samen möglichst früh im Jahr durchzuführen, damit sich rechtzeitig kräftige Setzlinge entwickeln und die Früchte vor dem ersten Frost ausreifen können. In der Regel ist eine Aussaat von Dezember bis März anzustreben, wobei zu beachten ist, dass genügend Platz für die Setzlinge vorhanden ist, die erst ca. Mitte Mai nach draussen können. Für Topfkulturen spielt dies nicht so eine grosse Rolle, da die Pflanzen im Herbst zum Ausreifen nach drinnen geholt werden können.

Die Chilisamen werden vor der Aussaat am besten 12 Stunden in etwas lauwarmes Wasser eingelegt, um die Samen aus dem Winterschlaf zu wecken. Erfahrungsgemäss hat sich Kamillentee für das Einlegen des Saatgutes sehr bewährt. Man sollte bereits jetzt unbedingt auf eine genaue Beschriftung der eingelegten Sorten achten. Es reicht eine kleine Wassermenge.

Nach dem Einlegen werden die Chilisamen Samen für Samen in Saatschalen oder Quelltöpfe transferiert und leicht mit Erde überdeckt. Pro Topf wird nur ein, höchstens zwei Samen gepflanzt und bei Bedarf kann der Keimling später umgetopft oder ins Freie ausgepflanzt werden. Das Übersiedeln der nassen Samen mit einem Pinsel hat sich in der Praxis bestens bewährt. Idealerweise verwendet man spezielle Aussaaterde, da diese wenig Nährsalze beinhaltet, die den kleinen Keimlingen schaden könnten. Chilis sind Dunkelkeimer, d.h. sie keimen vorzugsweise unter der Erde, deshalb überdeckt man die Samen mit wenig Erde. Werden die Samen zu tief gesetzt, besteht die Gefahr, dass sie in der Erde verfaulen, bevor sie richtig keimen können oder dass sich die Keimung stark verzögert. Nach dem Aussäen sollte man die Töpfchen gut mit Wasser benetzen, damit der Samen guten Kontakt zur Erde hat und an einem warmen Ort platzieren. Zur schonenden, gleichmässigen Bewässerung der Sämlinge verwendet man am besten ein Handsprühgerät, damit der Samen nicht ausgeschwemmt wird beim Giessen. Der Wasserhaushalt für die keimende Saat ist nicht ganz unproblematisch und benötigt ein wenig Übung. Man sollte dabei unbedingt darauf achten, dass die Erde nie ganz austrocknet aber auch nie zu feucht ist. Wenn die Erde nämlich über einen längeren Zeitraum nass ist, kann das Saatgut schnell faulen. Im Gegenzug können einige Stunden Trockenheit bereits das Ende für frisch gekeimte Sämlinge bedeuten. Am besten benetzt man die Erde einige Male pro Tag mit einem Pumpsprüher.Das untenstehende Video zeigt, wie der Chilibaron seine Samen ausbringt.

 

Als sehr nützlich haben sich für die Anzucht von Chilis auch Anzuchtkästen (auch bekannt als Zimmergewächshäuser) und Heizmatten erwiesen. Die Anschaffung dieser beiden Hilfsmittel lohnt sich auf jeden Fall für den Anbau, da die Keimung beschleunigt wird. Vor der Anschaffung sollte man sich trotzdem überlegen, ob man sich dem Chilifieber über mehrere Jahre hingeben möchte und eine Anschaffung somit verhältnismässig ist. Die Anzuchtkästen bieten den Vorteil einer wasserdichten Unterlage, was insbesondere bei der Anzucht im Wohnbereich sehr praktisch ist. Ohne Deckel ist ein Anzuchtkasten also wie eine Saatschale, in die man (Quell-) Töpfe für die Aussaat stellen kann. Wenn man die Haube draufstellt, bildet sich im Innern des Anzuchtkastens ausserdem ein günstiges Mikroklima. Die Temperatur und auch die Luftfeuchtigkeit werden auf einem geeigneten Niveau gehalten. Erfahrungsgemäss muss man auch weniger oft giessen, da die Zugluft das Substrat nicht direkt austrocknen kann. Heizmatten dienen dazu, das Substrat aktiv zu erwärmen. Erfahrungsgemäss kann eine Heizmatte die Keimdauer (vor allem bei „Langschläfern“) massiv reduzieren. Ein Anzuchtkasten kann problemlos ohne Heizmatte verwendet werden. Umgekehrt ist dies aber nicht empfehlenswert. Wenn Sie eine Heizmatte unter Ihre Sämlinge stellen, sollten Sie diese unbedingt in einem Anzuchtkasten drin haben, da das Substrat auf einer Heizmatte ohne Abdeckung sehr schnell austrocknet. Sie müssten dann mehrmals pro Tag (und auch in der Nacht) giessen.