Endtopf & Standort
Umtopfen an den finalen Standort
Die Chilipflanzen sind inzwischen kräftig gewachsen und haben ihren etwa 0,5 Liter grossen Anzuchttopf gut durchwurzelt. Nun wird es Zeit für den nächsten Schritt: den Umzug in den Endtopf oder ins Gartenbeet.
Dabei geht es nicht nur um mehr Platz für die Wurzeln. Auch der richtige Standort, ausreichend Wärme und Licht sowie eine zuverlässige Wasserversorgung spielen für die weitere Entwicklung eine wichtige Rolle.
Wann ist die Chilipflanze bereit für den Endtopf?
Wir pflanzen unsere Chilis in der Regel um, wenn sie den Anzuchttopf gut durchwurzelt haben und sich zu kräftigen Jungpflanzen entwickelt haben. Häufig sind die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt ungefähr 20 cm hoch.
Die Pflanzenhöhe ist allerdings nur ein Richtwert. Wichtiger ist, dass die Pflanze gesund und kräftig entwickelt und der bisherige Anzuchttopf gut durchwurzelt ist.
Soll die Chili dauerhaft ins Freie, kommt ein weiterer entscheidender Faktor hinzu: die Aussentemperatur.
Wann dürfen Chilis nach draussen?
Chilis sind wärmeliebend und nicht frosthart. Mit dem endgültigen Auspflanzen sollte deshalb gewartet werden, bis keine Frostgefahr mehr besteht.
Im Schweizer Mittelland orientieren wir uns dabei ungefähr an den Eisheiligen Mitte Mai. Das genaue Datum ist jedoch weniger wichtig als die tatsächliche Wetterlage. In einem warmen Frühjahr können die Bedingungen früher passen, in einem kalten Frühjahr entsprechend später.
Auch Temperaturen deutlich oberhalb des Gefrierpunkts können für wärmeliebende Chilipflanzen bereits unangenehm sein und ihr Wachstum bremsen. Besonders kalte Nächte sollten deshalb berücksichtigt werden.
Topfpflanzen bieten hier einen grossen Vorteil: Wird nochmals eine kalte Nacht angekündigt, können sie relativ einfach an einen geschützten Ort gebracht werden.
Chilis langsam an das Freie gewöhnen
Eine Jungpflanze, die bisher geschützt im Haus oder Gewächshaus gestanden hat, sollte nicht von einem Tag auf den anderen dauerhaft ins Freie gestellt werden.
Draussen erwarten sie wesentlich stärkere Sonneneinstrahlung, Wind und grössere Temperaturschwankungen. Besonders direkte Sonne kann bei nicht daran gewöhnten Blättern zu Schäden führen.
Wir gewöhnen unsere Chilipflanzen deshalb schrittweise an die Bedingungen im Freien. Anfangs werden sie nur für begrenzte Zeit nach draussen gestellt und vor intensiver Mittagssonne geschützt. Anschliessend kann die Dauer und Sonnenintensität nach und nach erhöht werden.
Nach dieser Eingewöhnungsphase vertragen Chilipflanzen auch deutlich sonnigere Standorte.
Endtopf oder Gartenbeet?
Beide Varianten funktionieren gut und haben unterschiedliche Vorteile.
Im Gartenbeet steht den Pflanzen ein wesentlich grösserer Wurzelraum zur Verfügung. Damit vergrössert sich auch das Wasser- und Nährstoffreservoir. Gut eingewachsene Pflanzen können sich dadurch bis zu einem gewissen Grad selbstständiger versorgen und benötigen häufig weniger Aufmerksamkeit als Pflanzen in relativ kleinen Töpfen.
Ein Topf bietet dafür maximale Flexibilität. Die Pflanzen können je nach Wetter an einen anderen Standort verschoben, bei Kälteeinbrüchen geschützt und im Herbst ins Haus geholt werden. Wer seine Chilis überwintern möchte, ist mit einer Topfkultur deshalb deutlich flexibler.
Welche Variante besser ist, hängt somit vor allem vom vorhandenen Standort und davon ab, wie die Pflanzen später genutzt und gepflegt werden sollen.
Der richtige Standort für Chilipflanzen
Chilis mögen einen warmen, hellen und möglichst geschützten Standort.
Eine Hauswand, ein gedeckter Balkon oder ein geschützter Platz im Garten kann vorteilhaft sein. Auch ein Tomatenhaus eignet sich gut für Chilipflanzen.
Ein Regenschutz ist insbesondere bei längeren Schlechtwetterperioden praktisch. Gleichzeitig sollte der Standort ausreichend luftig sein.
Bei der Sonne gilt es zu unterscheiden: Chilipflanzen benötigen viel Licht und können nach entsprechender Eingewöhnung auch sonnig stehen. Problematisch ist vor allem, wenn bisher geschützte Jungpflanzen plötzlich intensiver direkter Sonne ausgesetzt werden.
Welche Topfgrösse eignet sich für Chilis?
Für ausgewachsene Chilipflanzen empfehlen wir mindestens etwa 5 Liter Topfvolumen.
Wir selbst verwenden für viele Chilis meistens Töpfe mit ungefähr 10 Litern Volumen. Sie bieten den Wurzeln mehr Platz und verfügen gleichzeitig über ein grösseres Wasser- und Nährstoffreservoir.
Je nach Art und Wuchsform darf es auch deutlich mehr sein. Capsicum pubescens, zu denen die Rocotos gehören, kultivieren wir beispielsweise gerne in 20-Liter-Töpfen oder noch grösseren Gefässen.
Grundsätzlich können sich Chilipflanzen in grösseren Töpfen kräftiger entwickeln. Die Topfgrösse allein entscheidet jedoch nicht über den Erfolg.
Ein kleinerer Topf, der zuverlässig und regelmässig mit Wasser versorgt wird, ist besser als ein grosser Topf mit unzureichender Wasserversorgung.
Besonders wichtig sind ausreichend grosse Abzugslöcher im Topfboden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Staunässe vertragen Chilipflanzen schlecht.
Wasserversorgung bei Topfpflanzen mitplanen
Bei der Wahl der Topfgrösse sollte bereits über die spätere Bewässerung nachgedacht werden.
Gerade an heissen Sommertagen kann das Substrat in Töpfen schnell austrocknen. Eine Pflanze, die morgens noch ausreichend mit Wasser versorgt war, kann bei entsprechenden Bedingungen bereits über die Mittagszeit unter Trockenstress geraten.
Dieser Stress zeigt sich nicht nur durch hängende oder welkende Blätter. Chilipflanzen können auf Trockenstress auch mit dem Abwerfen von Blüten reagieren.
Bei mehreren Topfpflanzen empfehlen wir deshalb eine automatische Tropfbewässerung. Sie spart viel Zeit und erleichtert eine gleichmässige Wasserversorgung. Einfache Systeme sind bereits für relativ wenig Geld erhältlich.
Je nach Wetter, Standort, Topfgrösse und Pflanzenbedarf kann es im Hochsommer sinnvoll sein, die Bewässerung auf mehrere kürzere Intervalle über den Tag zu verteilen – beispielsweise morgens, mittags und abends.
Eine feste Anzahl von Bewässerungen gibt es jedoch nicht. Entscheidend ist, dass die Pflanzen zuverlässig mit Wasser versorgt werden, ohne dass das Substrat dauerhaft nass bleibt.
Welches Substrat eignet sich für den Endtopf?
Chilis mögen ein nährstoffreiches und gleichzeitig gut durchlässiges Substrat. Es sollte Wasser und Nährstoffe speichern können, überschüssiges Wasser aber zuverlässig abführen.
Eine gute Gemüse- oder Pflanzerde kann als Grundlage verwendet werden. Wer Erfahrung mit der Chili-Kultur hat, kann das Substrat auch den eigenen Bedingungen und der verwendeten Bewässerung entsprechend zusammenstellen.
Bei Töpfen ist weniger eine dicke Drainageschicht im Gefäss entscheidend als vielmehr ein durchlässiges Substrat und die Möglichkeit, dass überschüssiges Wasser durch ausreichend grosse Öffnungen im Topfboden ablaufen kann.
Chilis in den Endtopf umtopfen
Die Chilipflanze wird vorsichtig aus dem Anzuchttopf genommen. Ist der Topf bereits stark durchwurzelt und haben sich die Wurzeln am Rand im Kreis gedreht, kann der Wurzelballen mit den Fingern vorsichtig etwas aufgelockert werden.
Dadurch können sich die Wurzeln im neuen Substrat leichter wieder nach aussen ausbreiten.
Anschliessend wird die Pflanze in den vorbereiteten Endtopf gesetzt und rundherum mit Substrat aufgefüllt. Die Chili kann dabei bei Bedarf wieder etwas tiefer eingesetzt werden, sofern dies für die Stabilität der Pflanze sinnvoll ist.
Nach dem Umtopfen wird die Pflanze angegossen, damit das neue Substrat guten Kontakt zum Wurzelballen bekommt.
Chilis ins Gartenbeet pflanzen
Das Vorgehen beim Auspflanzen ins Gartenbeet unterscheidet sich grundsätzlich nicht stark vom Umtopfen.
Die Pflanze wird vorsichtig aus ihrem Anzuchttopf genommen, der Wurzelballen bei Bedarf etwas gelockert und anschliessend in das vorbereitete Pflanzloch gesetzt.
Ist die vorhandene Gartenerde für Chilis wenig geeignet, kann der Boden im Bereich des Pflanzlochs verbessert werden. In unserem bisherigen Anbau hat es sich beispielsweise bewährt, ein grosszügiges Pflanzloch auszuheben und die vorhandene Erde durch geeignete Gemüseerde zu ergänzen beziehungsweise mit ihr zu verbessern.
Auch im Garten ist ein durchlässiger Boden ohne Staunässe wichtig.
Nach dem Umtopfen oder Auspflanzen
Nach dem Umzug kann es zunächst so aussehen, als würde die Chilipflanze kaum weiterwachsen. Das ist nicht ungewöhnlich.
Die Pflanze beginnt zunächst damit, den zusätzlichen Wurzelraum zu erschliessen. Sobald sich das Wurzelwerk im neuen Substrat ausgebreitet hat und Wasser sowie Nährstoffe besser aufnehmen kann, setzt in der Regel auch das oberirdische Wachstum wieder deutlich ein.
In dieser Phase sollte besonders auf eine zuverlässige Wasserversorgung geachtet werden. Gleichzeitig darf das Substrat nicht dauerhaft vernässt sein.
Mit dem Umzug in den Endtopf oder ins Gartenbeet ist die eigentliche Anzucht weitgehend abgeschlossen. Nun beginnt die laufende Pflege der ausgewachsenen Chilipflanze.
Im nächsten Kapitel 04 Pflege geht es deshalb ausführlicher um Giessen, Düngen und die weitere Pflege während der Wachstums-, Blüte- und Fruchtphase.

