Probleme bei Chilipflanzen erkennen & behandeln

Chilipflanzen sind grundsätzlich robuste und vergleichsweise unkomplizierte Pflanzen. Wer für einen geeigneten Standort, eine vernünftige Wasser- und Nährstoffversorgung und ausreichend Licht sorgt, hat in der Regel keine grösseren Probleme mit Krankheiten oder Schädlingen.

Die lange Liste möglicher Probleme in diesem Kapitel sollte deshalb nicht abschrecken. Die meisten davon treten beim normalen Chilianbau eher selten auf. Wir möchten sie trotzdem aufführen, damit sich ungewöhnliche Veränderungen an einer Pflanze bei Bedarf besser einordnen lassen.

Nach unserer Erfahrung gehören Blattläuse und Trauermücken zu den Problemen, mit denen man bei der Anzucht und Kultur von Chilis am ehesten konfrontiert wird. Trauermücken treten insbesondere bei der Anzucht und bei Pflanzen im Haus auf. Schnecken können dagegen vor allem bei ausgepflanzten Chilis im Garten zum Problem werden.

Viele andere der nachfolgend beschriebenen Schädlinge und Krankheiten sind möglich, spielen in der Praxis aber wesentlich seltener eine Rolle.

Grössere Probleme entstehen häufig nicht dadurch, dass Chilis besonders anfällig wären, sondern weil erste Anzeichen zu spät erkannt oder falsch eingeordnet werden. Besonders bei Pflanzen, die im Haus oder Gewächshaus stehen, können sich manche Schädlinge unter günstigen Bedingungen schnell vermehren.

Die wichtigste Massnahme ist deshalb erstaunlich einfach: Chilipflanzen regelmässig und genau anschauen.

Früh erkennen statt später bekämpfen

Viele Probleme fallen zunächst durch Veränderungen an der Pflanze auf, bevor der eigentliche Verursacher entdeckt wird.

Typische Hinweise können beispielsweise sein:

  • ungewöhnlich verformte oder eingerollte Blätter
  • helle oder gelbliche Verfärbungen
  • kleine Punkte oder Flecken auf den Blättern
  • silbrig wirkende Blattoberflächen
  • klebrige Beläge
  • feine Gespinste
  • ungewöhnlich schwaches Wachstum
  • Frassstellen an Blättern oder Früchten
  • beschädigte oder abgebrochene Triebe
  • plötzlich abfallende Blätter, Blüten oder junge Früchte

Bei solchen Veränderungen lohnt sich ein genauer Blick auf die gesamte Pflanze.

Besonders wichtig sind die Blattunterseiten, jungen Triebspitzen und Blattachseln. Viele Schädlinge halten sich bevorzugt an diesen geschützten Stellen auf und werden deshalb leicht übersehen.

Je früher ein Problem erkannt wird, desto einfacher lässt es sich in der Regel beheben oder zumindest begrenzen.

Schädlinge an Chilipflanzen

Blattläuse

Blattläuse gehören zu den häufigsten Schädlingen an Chilipflanzen. Besonders junge Triebe und frische Blätter werden gerne besiedelt.

Die Tiere saugen Pflanzensaft und können sich unter günstigen Bedingungen sehr schnell vermehren. Befallene junge Blätter können sich verformen oder einrollen. Häufig findet man die Läuse an den Triebspitzen oder auf den Blattunterseiten. Blattläuse können zudem Pflanzenviren übertragen.

Bei einem leichten Befall reicht es häufig bereits, die Blattläuse mechanisch zu entfernen oder mit Wasser abzuspülen. Anschliessend sollte die Pflanze während der nächsten Tage besonders aufmerksam kontrolliert werden.

Reicht das nicht aus, können weitere geeignete Pflanzenschutzmassnahmen in Betracht gezogen werden.

Pflanzenschutzmittel – auch biologische – sollten immer gezielt und entsprechend der Gebrauchsanweisung eingesetzt werden. Bei Pflanzen, deren Früchte gegessen werden, sind insbesondere die Zulassung für die betreffende Anwendung und allfällige Wartefristen zu beachten.

Thripse

Thripse sind sehr klein und werden deshalb leicht übersehen. Häufig fallen zunächst die von ihnen verursachten Schäden auf.

Durch ihre Saugtätigkeit können auf den Blättern helle bis silbrig wirkende Stellen entstehen. Auch junge Blätter, Knospen, Blüten und kleine Früchte können geschädigt oder verformt werden.

Bei verdächtigen Veränderungen lohnt sich eine genaue Kontrolle der Blattunterseiten, Blüten und jungen Pflanzenteile.

Klebefallen können dabei helfen, einen Befall frühzeitig zu erkennen. Sie dienen vor allem dem Monitoring und ersetzen nicht die Kontrolle der Pflanze selbst.

Da sich Thripse unter geeigneten Bedingungen schnell vermehren können, sollte bei einem festgestellten Befall früh reagiert werden.

Spinnmilben

Spinnmilben treten besonders unter warmen und trockenen Bedingungen auf.

Ein Befall zeigt sich häufig zunächst durch viele kleine helle Punkte beziehungsweise Sprenkel auf den Blättern. Bei stärkerem Befall können die für Spinnmilben typischen feinen Gespinste sichtbar werden, insbesondere auf den Blattunterseiten und zwischen Blättern und Trieben.

Spinnmilben selbst sind sehr klein und werden deshalb leicht übersehen. Bei Verdacht sollte besonders die Blattunterseite genau untersucht werden.

Ein einfacher Test kann helfen: Ein verdächtiges Blatt über einem weissen Blatt Papier abklopfen und anschliessend prüfen, ob sich darauf winzige Punkte bewegen. Eine Lupe erleichtert die Kontrolle.

Weichhautmilben

Weichhautmilben sind nochmals schwieriger zu erkennen. Sie sind winzig und ein Befall wird häufig erst durch die Veränderungen an der Pflanze sichtbar.

Typisch können verformte oder verkümmerte junge Blätter und Triebspitzen sein. Auch Früchte können geschädigt werden. Das Schadbild kann allerdings leicht mit Pflanzenkrankheiten, Nährstoffproblemen oder anderen Kulturproblemen verwechselt werden.

Genau deshalb sind Weichhautmilben etwas tückisch: Man sieht häufig zunächst die Symptome, nicht aber den eigentlichen Schädling.

Bei stark verformtem Neuaustrieb ohne offensichtliche andere Ursache sollte deshalb auch ein Milbenbefall in Betracht gezogen werden.

Trauermücken

Trauermücken treten besonders häufig bei der Anzucht und bei Pflanzen auf, die im Haus kultiviert werden. Die kleinen dunklen Mücken halten sich bevorzugt in der Nähe des Substrats auf.

Die erwachsenen Tiere sind vor allem lästig. Problematischer können die Larven im Substrat sein. Sie ernähren sich überwiegend von organischem Material, können bei stärkerem Befall jedoch auch feine Wurzeln schädigen. Besonders Sämlinge und junge Pflanzen mit einem noch empfindlichen Wurzelwerk können darunter leiden.

Ein stärkerer Trauermückenbefall ist häufig auch ein Hinweis darauf, dass das Substrat dauerhaft zu feucht gehalten wird. Die Larven finden in feuchtem, organischem Substrat besonders günstige Bedingungen. Wer wiederholt Probleme mit Trauermücken hat, sollte deshalb zuerst das Wassermanagement überprüfen.

Die Oberfläche des Substrats darf zwischen den Wassergaben etwas abtrocknen, soweit es das Entwicklungsstadium der Pflanze zulässt. Dauerhaft nasses Substrat sollte vermieden werden.

Zur Früherkennung haben sich Gelbtafeln beziehungsweise Klebefallen bewährt. Sie fangen die erwachsenen Tiere und machen einen beginnenden Befall schnell sichtbar. Die Fallen reduzieren zwar die Anzahl der erwachsenen Trauermücken, beseitigen jedoch nicht die Larven im Substrat.

Bei einem Befall sollte deshalb auch direkt gegen die Larven vorgegangen werden. Bewährt haben sich bei uns beispielsweise Traunem mit Nematoden der Art Steinernema feltiae sowie Solbac auf Basis von Bacillus thuringiensis israelensis. Beide biologischen Verfahren wirken gegen die Larven im Substrat und sollten entsprechend den jeweiligen Anwendungshinweisen eingesetzt werden.

Vorbeugend kann auch eine trockene mineralische Deckschicht aus Sand oder feinem Kies auf der Substratoberfläche helfen. Eine ungefähr 1 cm starke Sandschicht hat sich dabei als praktische Möglichkeit bewährt.

Entscheidend bleibt jedoch das Wassermanagement: Die Bekämpfung der Trauermücken allein löst das Problem nicht, wenn das Substrat dauerhaft zu nass gehalten wird.

Weisse Fliegen

Auch Weisse Fliegen können Chilipflanzen befallen. Sie treten insbesondere unter geschützten Bedingungen wie in Gewächshäusern oder Innenräumen auf.

Die kleinen weissen Insekten halten sich häufig auf den Blattunterseiten auf. Bei einer stärkeren Besiedlung fliegen beim Berühren oder Bewegen der Pflanze zahlreiche Tiere auf.

Gelbtafeln können zur Früherkennung und Überwachung eines Befalls eingesetzt werden und gleichzeitig einen Teil der erwachsenen Tiere abfangen.

Bei stärkerem Befall können weitere geeignete biologische oder andere zugelassene Pflanzenschutzmassnahmen notwendig werden.

Wanzen

Verschiedene Wanzenarten können ebenfalls an Chilipflanzen auftreten. Sie stechen Pflanzengewebe an und können dabei insbesondere Knospen und Früchte schädigen. An Früchten können dadurch Verfärbungen, Verformungen oder geschädigte Gewebestellen entstehen.

Einzelne grössere Tiere lassen sich häufig einfach absammeln.

Allerdings ist nicht jede Wanze, die sich auf einer Chilipflanze befindet, automatisch ein relevanter Schädling. Deshalb sollte möglichst zuerst geklärt werden, um welches Tier es sich handelt, bevor Bekämpfungsmassnahmen ergriffen werden.

Raupen

Auch Raupen verschiedener Schmetterlingsarten können Blätter und Früchte von Chilipflanzen anfressen.

Typisch sind deutlich sichtbare Frassstellen oder Löcher. Manche Raupen fressen auch direkt an den Chilifrüchten. Häufig finden sich zusätzlich dunkle Kotspuren in der Nähe der Frassstellen.

Bei einzelnen Chilipflanzen ist die einfachste Massnahme meistens eine gründliche Kontrolle. Gefundene Raupen können von Hand abgesammelt werden.

Bei unerklärlichen Frassschäden sollte die gesamte Pflanze untersucht werden – insbesondere auch die Blattunterseiten und das dichte Pflanzeninnere.

Schnecken

Bei Pflanzen im Freien können Schnecken zu den häufigeren Problemen gehören. Besonders frisch ausgepflanzte oder noch kleinere Chilipflanzen können innerhalb kurzer Zeit erheblich geschädigt werden.

Schnecken fressen nicht nur Blätter und junge Triebe, sondern machen teilweise auch vor den Chilifrüchten nicht halt. Typische Hinweise sind grössere Frassstellen und gegebenenfalls Schleimspuren.

Bei wenigen Pflanzen können Schnecken regelmässig abgesammelt werden. Auch ein möglichst ungünstiges Umfeld für Schnecken kann helfen. Dauerhaft feuchte Flächen und dichte Vegetation unmittelbar rund um die Chilipflanzen bieten ihnen gute Bedingungen und erleichtern den Zugang zur Pflanze.

Eine gezielte Bewässerung des Wurzelbereichs statt einer grossflächigen Bewässerung kann deshalb auch hier von Vorteil sein. Die Umgebung der Pflanzen bleibt dadurch trockener und gleichzeitig bildet sich weniger Beikraut, über das Schnecken die Chilipflanzen erreichen können.

Bei stärkerem Befall kommen weitere geeignete biologische oder andere Bekämpfungsmethoden infrage.

Krankheiten bei Chilipflanzen

Neben Schädlingen können Chilipflanzen auch von verschiedenen Krankheiten betroffen sein. Dazu gehören insbesondere pilzliche beziehungsweise pilzähnliche Erkrankungen sowie bakterielle und virale Krankheiten.

Im Vergleich zu den häufigeren Problemen wie Blattläusen, Trauermücken oder Schnecken spielen solche Erkrankungen beim normalen Chilianbau nach unserer Erfahrung jedoch eine deutlich kleinere Rolle.

In der Hobbykultur ist es ausserdem wenig sinnvoll, aus jedem Blattfleck sofort eine bestimmte Krankheit ableiten zu wollen. Viele Schadbilder ähneln sich und können ebenso durch Schädlinge, Nährstoffprobleme oder ungeeignete Kulturbedingungen verursacht werden.

Auffällige Flecken, absterbende Pflanzenteile, ungewöhnliche Beläge oder andere Veränderungen sollten deshalb genauer untersucht werden.

Umfallkrankheit bei Sämlingen

Eine besonders wichtige Erkrankung während der Anzucht ist die sogenannte Umfallkrankheit.

Dabei wird der junge Sämling im Bereich der Wurzeln beziehungsweise des Stängelansatzes geschädigt. Der Stängel wird instabil, der Sämling kippt um und stirbt ab.

Die Umfallkrankheit kann durch verschiedene bodenbürtige Krankheitserreger verursacht werden. Sehr feuchte Kulturbedingungen begünstigen das Problem. Ein vernünftiges Wassermanagement und geeignete Anzuchtbedingungen sind deshalb besonders wichtig.

Genau deshalb haben wir bereits bei der Aussaat darauf hingewiesen, das Substrat gleichmässig feucht, aber nicht dauerhaft nass zu halten.

Pilzliche Erkrankungen

Auch grössere Chilipflanzen können von verschiedenen Pilzkrankheiten und pilzähnlichen Krankheitserregern betroffen sein.

Mögliche Anzeichen sind beispielsweise Blattflecken, absterbende Pflanzenteile, Fäulnis oder ungewöhnliche Beläge. Feuchte Bedingungen, schlechte Luftzirkulation und dauerhaft nasses Substrat können die Entwicklung verschiedener Erkrankungen begünstigen.

Nicht jeder Fleck auf einem Blatt ist allerdings automatisch eine Pilzkrankheit. Sonnenbrand, Schädlinge, Nährstoffprobleme oder andere Kulturbedingungen können ähnliche Symptome verursachen.

Bakterielle Erkrankungen

Auch bakterielle Erkrankungen können Chilipflanzen betreffen. Je nach Erreger können beispielsweise Flecken an Blättern oder Früchten, Verfärbungen oder andere Veränderungen auftreten.

Die Symptome sind für Hobbygärtner nicht immer eindeutig von Pilzerkrankungen, Schädlingsbefall oder anderen Schäden zu unterscheiden.

Bei verdächtigen Veränderungen ist deshalb zunächst eine möglichst genaue Diagnose sinnvoll, bevor eine Behandlung erfolgt.

Viruskrankheiten

Chilipflanzen können ausserdem von verschiedenen Pflanzenviren befallen werden.

Mögliche Anzeichen sind beispielsweise mosaikartige Verfärbungen, Wachstumsstörungen, ungewöhnliche Blattzeichnungen oder deformierte Pflanzenteile. Einige Pflanzenviren können zudem durch saugende Schädlinge wie Blattläuse oder Thripse übertragen werden.

Eine eindeutige Diagnose allein anhand des Aussehens ist jedoch schwierig. Ähnliche Symptome können auch durch Milben, Nährstoffprobleme oder andere ungünstige Kulturbedingungen entstehen.

Witterungsschäden

Nicht alle Schäden an Chilipflanzen werden durch Schädlinge oder Krankheiten verursacht. Besonders Pflanzen im Freien können durch Hagel, Starkregen oder Sturm innerhalb kurzer Zeit erheblich beschädigt werden.

Solche Schäden können teilweise dramatisch aussehen. Eine kräftige Chilipflanze kann sich jedoch auch nach stärkeren Beschädigungen erstaunlich gut erholen, solange wesentliche Teile der Pflanze intakt geblieben sind.

Hagelschäden

Hagel kann Blätter durchlöchern oder zerreissen und junge Triebe, Blüten sowie Früchte beschädigen.

Leicht beschädigte Blätter müssen nicht automatisch entfernt werden. Solange grössere Teile eines Blattes noch gesund sind, kann es weiterhin einen Beitrag zur Versorgung der Pflanze leisten.

Stark beschädigte, abgeknickte oder bereits absterbende Pflanzenteile können dagegen sauber entfernt werden.

Besondere Aufmerksamkeit sollte beschädigten Früchten gelten. Verletzungen der Fruchthaut können Eintrittspforten für Fäulnis und Krankheitserreger bilden. Angeschlagene Früchte sollten deshalb in den folgenden Tagen kontrolliert und bei stärkeren Beschädigungen entfernt werden.

Der beste Schutz vor Hagelschäden ist ein geschützter oder überdachter Standort.

Sturm- und Windschäden

Mit zunehmender Grösse bieten Chilipflanzen dem Wind eine beträchtliche Angriffsfläche. Besonders Pflanzen in Töpfen können bei starken Windböen umkippen.

Mit Früchten beladene Äste sind zusätzlich belastet und können bei starkem Wind abbrechen.

Wie bereits im Kapitel zur Pflege beschrieben, lassen wir junge Chilipflanzen zunächst möglichst ungestützt wachsen, damit sie selbst Stabilität entwickeln. Bei grossen oder stark fruchtenden Pflanzen kann es später jedoch sinnvoll sein, Haupttriebe oder besonders belastete Äste zu sichern.

Auch die Töpfe selbst sollten ausreichend standsicher sein. Eine grosse Chilipflanze in einem kleinen oder sehr leichten Gefäss kann bei starkem Wind schnell umfallen.

Nach einem Sturm sollten die Pflanzen auf abgeknickte Triebe, beschädigte Blätter und verletzte Früchte kontrolliert werden. Stark beschädigte Pflanzenteile können entfernt und unsaubere Bruchstellen bei Bedarf mit einer sauberen Schere nachgeschnitten werden.

Vorbeugen und Probleme richtig einordnen

Hygiene hilft bei der Vorbeugung

Einige einfache Massnahmen können helfen, Probleme gar nicht erst entstehen oder sich zumindest weniger schnell ausbreiten zu lassen.

Abgestorbene und stark geschädigte Pflanzenteile sollten entfernt werden. Werkzeuge, die für Schnittarbeiten verwendet werden, sollten sauber sein.

Neue Pflanzen sollten ausserdem genauer kontrolliert werden, bevor sie direkt zwischen bestehende Chilipflanzen gestellt werden. Auf diese Weise lässt sich das Risiko reduzieren, unbemerkt Schädlinge oder Krankheiten einzuschleppen.

Auch ein geeigneter Standort, eine gute Luftzirkulation und ein vernünftiges Wassermanagement tragen zur Pflanzengesundheit bei.

Erst bestimmen, dann behandeln

Verfärbte, beschädigte oder verformte Blätter bedeuten nicht automatisch, dass die Pflanze von einem Schädling oder einer Krankheit befallen ist.

Auch Wassermangel, Staunässe, Nährstoffprobleme, Sonnenbrand, Hagel, Wind oder andere Umweltbedingungen können ähnliche Symptome verursachen. Selbst Schäden durch sehr kleine Schädlinge wie Weichhautmilben können leicht mit Krankheiten oder Kulturproblemen verwechselt werden.

Deshalb gilt beim Pflanzenschutz dasselbe wie bei der übrigen Pflege:

Zuerst möglichst genau herausfinden, was der Pflanze fehlt – und erst danach gezielt handeln.

Ein früh erkannter Blattlausbefall lässt sich beispielsweise häufig noch mit einfachen mechanischen Massnahmen eindämmen. Ein vorsorglicher oder wahlloser Einsatz verschiedener Pflanzenschutzmittel ist dagegen weder notwendig noch sinnvoll.

Wie geht es weiter?

Sind die Chilipflanzen gesund und gut versorgt, entwickeln sich aus den Blüten während des Sommers zunehmend Früchte. Nun beginnt für viele Chili-Fans der spannendste Teil der Saison.

Im nächsten Kapitel 06 Ernte & Reife geht es darum, woran man reife Chilis erkennt, wann der richtige Zeitpunkt für die Ernte gekommen ist und was beim Pflücken der Früchte zu beachten ist.